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Canned Heat
Canned Heat (Hitze in Dosen; Slangausdruck fr Fusel) formierte sich 1965 in Los Angeles als eine Band von Blues-Liebhabern, die ihre Musik nicht nur auf Platten sammeln und diskographisch-biographisch erforschen, sondern sie auch selbst spielen wollten. Der vollbärtige, 260 Pfund schwere Bob Hite (voc), geboren am 26. Februar 1945 in Torrance, Kalifornien, hatte von Kindheit an die Plattenlden und Jukebox-Kneipen Sdkaliforniens nach 78er Scheiben obskurer schwarzer Snger durchstbert, das Sammler-Journal "Rhythm&Blues Collector" herausgegeben und den Interpreten Driftin' Slim (Elmon Mickel) wiederentdeckt. 1973 war die Bluessammlung in seinem Haus in Topanga, Kalifornien, auf mehr als 70000 Platten angewachsen. Henry Vestine (g), am 24. Dezember 1944 in Takoma Park, Md., geboren, war lange mit der Gitarre durch die US-Sdstaaten gezogen, hatte Lieder gesammelt und dafr gesorgt, da? schwarze Veteranen wie Skip James wieder zum Instrument griffen. Al Wilson (g, voc, harm), am 4. Juli 1943 in Boston geboren, studierte an der Boston University Musik und spezialisierte sich auf Bluesforschung. Seine Analysen der Stile von Robert Pete Williams und Son House, mit dem er selbst auch musizierte, galten als wissenschaftliche Pionierarbeiten ber afroamerikanische Musik. Ihr erstes gemeinsames Album - mit Larry Taylor (bg), am 26. Juni 1942 in Brooklyn, New York, geboren, und Frank Cook (dr) - bestand neben Gruppenkompositionen zur Hlfte aus Evergreens von Muddy Waters, Sonny Boy Williamson, Elmore James, Willie Dixon und Jimmy Oden. Spter emanzipierte sich Wilson mit Hits wie On The Road Again und Goin' Up The Country als Komponist von Format. Seine helle Stimme und sein ausdrucksstarkes Harmonikaspiel machten den Canned Heat-Klang unverwechselbar. Am 3. September 1970 wurde er im Hinterhof von Hites Haus im Topanga Canyon, Kalifornien, mit einer Flasche Beruhigungspillen vergiftet aufgefunden. Da er nicht als drogenschtig, wohl aber als depressionsgefhrdet galt, wurde ein Unglcksfall angenommen. Die Band hatte - mit Harvey Mandel (g), Joel Scott Hill (g), Adolfo de la Parra (dr), Antonio de la Barreda (bg) und anderen - hervorragend intensive Stcke, aber auch eine Flle zweitklassiger Interpretationen produziert. Besonders ihr in Muscle Shoals, Alabama, aufgenommenes Debtalbum fr die Plattenfirma Atlantic wirkte mit verunglckten Vorst?en in Funky-Gefilde wie der "verzweifelte Versuch alternder Rock'n'Roller, am Ball zu bleiben" ("Rolling Stone"). Eine sorgfltig zusammengestellte Anthologie knnte dessenungeachtet ein Platten-Hhepunkt des wei?en Blues sein. Solange diese Auswahl-LP nicht existierte, war Boogie das beste Band-Dokument. Es enthielt neben dem gr?ten Heat-Erfolg On The Road Again auch den Anti-Rauschgift-Song Amphetamine Annie mit den Zeilen: "Dein Hirn mag glauben, du knntest fliegen nach diesen kleinen Pillen. Aber du solltest wissen, da? es dabei ums Sterben geht, denn Drogen tten."
Vorbildlich haben die Musiker den Bluesstar John Lee Hooker auf der LP Hooker 'n' Heat begleitet. An ihrem Album Historical Figures wirkte der schwarze Rock'n'Roller Little Richard mit. Von dem durch Wilsons Tod ausgelsten Schock konnten sie sich jedoch nicht erholen. Mit zunehmender Selbstbedienung bei Auftritten in den Bier-Saloons und Whiskey-Bars der US-Westkste wurde ihr Blues larmoyant und verlor im Laufe eines durchzechten Jahrzehnts gnzlich den Bi?. Bob Hite starb am 5. April 1981 in Venice, Kalifornien, nach einem Herzanfall. 1989 beteiligte sich eine Heat-Revivaltruppe ohne Vestine, der in der Rent Party Band spielte, an einer Tournee "An Evening of Californian Dreamin'" sowie an John Lee Hookers Album The Healer. 1990 erschien Reheated, gefolgt von Internal Combustion (1994) in der Besetzung Vestine, de la Parra, Junior Watson (g, voc), James Thornbury (voc, g), Ron Shumake (bg, voc). 1995 verlie? Thornbury die Band und wurde von Robert Lucas ersetzt. Mit ihm entstand The Canned Heat Blues Band (1997). Im Dezember 1997 starb Henry Vestine in Paris. Auf spteren Alben wie Boogie 2000 (2000) erstarrte der einst so lebendige Blues von Canned Heat immer mehr zur leeren Formel.
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