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Donovan



 
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   D05004a Donovan - Hamburg_ Musikhalle 12_02_1968



 
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Donovan , eigentlich Donovan Philip Leitch (voc, g, harm), am 10. Mai 1946 als Sohn eines Arbeiters in Glasgow, Schottland, geboren, war ein Träumer, ein Märchenerzähler der Popmusik. "Herr, küß mich noch einmal", begann er den Song Wear Your Love Like Heaven, "fülle mich mit Liedern. Allah, küß mich noch einmal, damit ich meine Liebe wie ein himmlisches Gewand um mich hüllen kann."

Ursprünglich, nachdem seine Familie 1956 in eine Vorstadt von London "ausgewandert" und der sanfte Sänger 1964 in der TV-Show "Ready, Steady, Go" bekannt geworden war, wollte er "mit Songs die Welt verändern". Seine ersten Platten mit der von Buffy St. Marie komponierten Pazifisten-Hymne The Universal Soldier schickte er englischen Politikern und Militärs ins Haus, und auf seiner Gitarre stand: "Diese Maschine tötet." Aber schon bald wollte er "nicht mehr gegen das singen, was ich hasse, sondern für das, was ich liebe". Er liebte Kinder und alte Sagen, Flora und Fauna, Magisches und Mystisches, Sonne, Mond und Sterne. Mit einer dünnen, manchmal eintönigen Vibratostimme und langsamem Tremolo erzählte er in kunstvollen Binnenreimen vom untergegangenen Kontinent Atlantis (Songtitel), von der Königin Guinevere an König Artus' Hof, von Poeten und Leierkastenmännern, die über die Landstraßen ziehen und Güte verbreiten. Nicht immer konnte der Pop-Parzifal in seiner sensiblen Natur-Poesie und seinen bilderreichen, pastoralen Song-Idyllen Sentimentalität, Kitsch und Klischees vermeiden, doch seinen Millionen Anhängern machte das nichts aus. "Ich bin", sagte er, "ein Verkäufer von Hoffnungen." Vom Erlös erwarb er eine Insel vor Schottland mit einem alten Schloß. Nach seinem ersten USA-Erfolg beim Newport Folk Festival 1965 galt er zunächst als Epigone von Bob Dylan. Mit Hits wie Sunshine Superman, Season Of The Witch, Colours, There Is A Mountain, Mellow Yellow, Jennifer Juniper, Hurdy Gurdy Man ersang er sich jedoch auch stilistisch einen eigenen Pfad durch ausnahmslos ausverkaufte Konzerthallen in Amerika und Europa. 1968 waren gleichzeitig drei Donovan-LPs in den US-Bestsellerlisten. Er komponierte die Musik zu Filmen wie dem in Rothenburg ob der Tauber gedrehten "Rattenfänger von Hameln" sowie zu Franco Zeffirellis "Brother Sun, Sister Moon". Seit er für das Plattenalbum Open Road erstmals durchgängig eine Elektrogitarre benutzte und sich zu Hurdy Gurdy Man clever-jazzige Arrangements für Bachtrompeten, Saxophone, Flöten, Celli und Sitar schreiben ließ, waren seine Produktionen nicht mehr nur textlich phantasievoll, sondern auch musikalisch abwechslungsreich und interessant. Mit Essence To Essence (1973) hatte sich das geändert. Allzu simpel gerieten dem auf dem Cover in Kimono und Demutshaltung abgebildeten Minnesänger nun Melodien und Instrumentierungen, allzu naiv die Texte. Ende 1974, als sein Album 7-Tease (Synonym für Seventies) erschien, glaubte er den Beginn einer neuen friedlicheren Jugendbewegung zu erkennen, deren Geist er reflektieren könne wie einst die Stimmung der Blumenkinder. Den "neuen Teenies", die er erreichen wollte, erschien Donovan indes nur mehr als Relikt aus einer vergangenen Epoche. Mit Swing-, Boogie- und Dixieland-Klängen trug er in 7-Tease die musikalische Mode von vorgestern auf. Die in Nashville gefertigte Platte wurde für eine USA-Tournee in eine Theater-Revue umgesetzt. 1977 ging der Barde zusammen mit der Band Yes selber auf Welttournee, um sein für das Rak-Label seines alten Spezis Mickie Most eingespieltes Album Donovan zu bewerben. Aber nur seine Oldies kamen beim Publikum an. Und da auch die folgenden LPs Love Is Only Feeling (1981), Neutronica (1982), Lady Of The Stars (1983) keine im Ohr bleibenden neuen Lieder enthielten, wandelten sich auch seine weiteren Konzertreisen, einmal mit der Folk-Sängerin Melanie, zu weihevollen Nostalgie-Trips in vergangene Hippie-Seligkeit. Den Rest der Achtziger verbrachte der Barde mit seine Frau Linda Lawrence, die er seine Muse nannte, in der märchenhaften Abgeschiedenheit seines Refugiums und ließ sich nur im Show Business blicken, wenn es um die Belange seiner Kinder ging: Sohn Donovan Leitch war Musiker und veröffentlichte mit seiner Band Nancy Boy 1990 eine erste LP; Tochter Jane Syke debütierte als Schauspielerin. Ihre Mutter, Donovans Jugendfreundin Enid Karl, lebte in Kalifornien. Mit Linda Lawrence hat Donovan die zwei Töchter Astrella und Oriole, zudem brachte sie aus einer früheren Beziehung mit Rolling Stone Brian Jones den Sohn Julian in die Ehe. Mit dem Anbruch des neuen Jahrzehnts hatte der Poet die Eingebung, "daß die Neunziger wieder auf die Sechziger hinauslaufen könnten, nur auf den Kopf gestellt". Das Album Rising (1990) für die kleine englische Marke Permanent Records betrachtete er als "Fingerübung für ein Comeback". 1993 veröffentlichte Epic in ihrer Legacy-Serie die Box Troubadour: The Definitive Collection 1964- 1976 mit 44 Songs, darunter seltene Demos und vordem unveröffentlichtes Material, die starke Resonanz unter amerikanischen Plattenkäufern und vor allem die Aufmerksamkeit des Produzenten Rick Rubin fand. Er nahm den Oldie für sein Label American Recordings unter Vertrag und präsentierte ihn an vier aufeinanderfolgenden Donnerstagen 1994 mit Sensationserfolg im Luna Park in West Hollywood. "Rubin wollte", so Donovan, "meine Anfänge, und so ging ich mit ihm - ganz zurück." In einem Jahr schrieb er rund 100 neue Songs und nahm mit Benmont Tench (kb), Steve Ferrone (dr; beide Tom Petty & the Heartbreakers), Dave Navarro (g; Red Hot Chili Peppers), Danny Thompson (bg) und Mitgliedern der Band Spain schließlich 14 davon auf. Die äußerst intime Platte Sutras (Donovan: "Ein Titel wie für einen neuen Zitronendrink - erfrischend") klang dem "Musikexpress" wie "eine hochwertige Essenz all seiner Karrierephasen". Das Stadtmagazin "Tip" fand das "mutige Album" mit seinen spirituellen Themen Everlasting Sea, The Way, Sleep, Nirvana zu Streichquartett, Backingchor, Harmonium und Tablas "in innigen Momenten zum Losheulen schön", für "Stereoplay" gehörten manche Melodien sogar "zu den schönsten, die Donovan je komponiert hat". Er selbst kommentierte: "Ich spüre heute wieder Akzeptanz für akustische Musik mit einem Bewußtsein für die Belange unseres Planeten. Und das war ja von Anfang an der Inhalt meiner Songs."

Aufgrund des Irakkriegs 2003 kamen Donovans Peace-Songs aus den Siebzigern noch einmal zu unerwarteter Popularität.

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